Finanz-Crash

Trading Börse - China-Börsen-Crash und Finanzmärkte - Index-Trader-Börsenwoche

Jan 10, 2016

Trading Börse – Schwarze Börsenwoche für die Index-Trader

Sehr heftige Turbulenzen haben die Finanzmärkte im neuen Börsenjahr begrüßt. Sollte sich die Börsenregel, wonach die erste Handelswoche den gesamten Jahresverlauf indiziert, bewahrheiten, so wird dies ein bitteres Jahr für die Börsianer werden. Der Blick auf die Indizes ist erschütternd.

Der deutsche Aktienindex DAX verlor 8,3 Prozent, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 7,2 Prozent in die Tiefe, der defensiv aufgestellte Swiss Market Index SMI gab im Wochenverlauf um 6,4 Prozent nach. Alle im SMI gelisteten Wertpapiere schlossen die Handelswoche mit Abgaben ab. Das Nervenkostüm der institutionellen Börsenakteure ist so lädiert, dass mittlerweile gut ausgefallene Konjunkturdaten eine negative Interpretation erfahren.

Trading Börse – China-Börsen-Crash als Auslöser der schwarzen Börsenwoche

Doch was war der Auslöser für den Börsen-Crash? Die globale Verkaufswelle schieben viele Medienvertreter auf die Abwertung des Renminbis. Demnach könnten sich die Besorgnisse wegen der Abkühlung der chinesischen Volkswirtschaft weiter manifestieren, zumal die PBOC, die Notenbank Chinas, einlenken musste und den Referenzkurs Yuan-Dollar neu adjustierte. Die Entspannung war jedoch nur von sehr kurzer Dauer.

Ist die Sorge berechtigt? Zum Teil, den sollte der Yuan weiter abgewertet werden, würden zum einen Schocks in den Emerging Markets entstehen, zum anderen wäre die Gefahr einer weltweiten Deflation immanent. China würde quasi einen Domino-Effekt herbeiführen, der die globalen Volkswirtschaften in die Tiefe reißt.

Trading Börse – Finanzmärkte eher vom Aktienverkaufsverbot erschüttert

Die obige Erklärung ist jedoch nur die halbe Wahrheit, so dass es durchaus lohnenswert erscheint etwas tiefer in die Materie einzusteigen.

Zur technischen Seite des Marktes: Die staatlich legitimierte CSF oder „China Securities Finance Corporation“ verfügt über Mittel von etwa 500 Milliarden Dollar, um den Aktienmarkt Chinas vor Kurseinbrüchen zu schützen. Den chinesischen Pensionsfonds wurde zudem ein Verkaufsverbot beim letzten Crash im vergangenen Sommer erteilt. Da dieses Verbot jedoch in den kommenden Tagen ausläuft und dann mit wahren Verkaufsorgien zu rechnen ist, haben einige schon vorausschauend auf den Sell-Botton gedrückt.

Trading Börse – China und der Systemkollaps im Finanz-Casino

Womit man dann schon bei der ökonomischen Seite des Marktes ist: Der weise Anleger sollte sich nichts vormachen lassen. Die Wirtschaft Chinas ist auf der einen Seite immer noch robust, dies bezeugt beispielsweise der vom Staat ermittelte Dienstleistungsindex, der zuletzt bei 54,4 Zählern höher als bei der letzten Veröffentlichung ausgegeben wurde.

Die Wirtschaft ist jedoch die eine Seite der Medaille, eine andere die kreditfinanzierte Aufblähung der chinesischen Finanzmärkte. Ob Aktien-, Immobilien- oder gar der Anleihenmarkt, Chinas Politik wird von der Finanzindustrie dominiert. Der reine Selbsterhaltungstrieb der chinesischen Politikelite diktiert die Erfüllung aller Forderungen der Finanzelite. Das Ziel der chinesischen politischen Machthaber: Verhinderung des Systemkollapses um jeden Fall.

Das Finanzkasino in China und weltweit ist überwiegend schuldengetrieben, die fällig werdenden Zinszahlungen diktieren die steigenden Kurse. Falls die Börsenkurse nachgeben, muss die Zentralbank PBOC ultrabillliges und druckfrisches Geld ins Finanzsystem pumpen.

Dieser Mechanismus kann leider nicht angehalten werden. Der Zusammenbruch der globalen Ökonomien ist unter solchen Rahmenbedingungen unausweichlich, es ist nur noch eine Frage der Zeit.

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