Draghi spricht über Geldpolitik

FX Zentralbank News – IWF warnt EZB wegen Leitzins, DAX und Euro in Range

Apr 15, 2015

EZB – Europäische Zentralbank lässt Rahmenbedingungen unverändert, Leitzins auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank pumpt weiter Liquidität in den Markt. Die besser als erwartet ausgefallenen jüngsten Konjunkturdaten hatten zuletzt Spekulationen beflügelt, wonach die Notenbank ihre Wertpapierkäufe drosseln oder gar einstellen wolle.

Der Leitzinssatz bleibt dagegen, wie dies von institutionelen Marktteilnehmern im Vorfeld auf breiter Basis antizipiert wurde, bei 0,05 Prozent stehen. Für die Geschäftsbanken bedeutet dies weiterhin extrem günstige Versorgung mit Zentralbankgeld. Neu allerdings ist der Strafzins in Höhe von 0,2 Prozent, falls Einlagen bei der Zentralbank über Nacht geparkt werden, was die Kreditvergabe ankurbeln soll.

An den Rahmenbedingungen hat sich indessen nicht viel verändert: Rund 60 Milliarden werden weiterhin seitens der europäischen Währungshüter jeden Monat investiert. Auf der Kaufliste befinden sich insbesondere die Anleihen der einzelnen Staaten, bis die Summe von 1,1 Billionen bis September nächstes Jahr erreicht wird.

Maximal ein Drittel an Staatsanleihen des jeweiligen Landes, zudem maximal 25 Prozent der einzelnen Emission dürfen aufgekauft werden, um die anvisierte Zielrendite bei minus 0,2 Prozent zu stabilisieren.

Europäische Zentralbank – Postulierte Ziele

Die Ziele sind klar definiert, nämlich das Anschieben des Konsums und der Investitionen und somit das Aufleben der Konjunktur. Das hofft man zumindest in den Kreisen um Mario Draghi.

Die Preise im gemeinsamen europäischen Währungsraum befinden sich weiterhin im Sinkflug, man fürchtet das böse D-Wort wie Deflation. Ob der Umfang an verfügbaren Wertpapieren ausreichen wird, um die Kauflust des EZB-Präsidenten zu stillen, dies allerdings steht auf einem anderen Blatt.

IWF – Warnende Stimmen seitens des Internationalen Währungsfonds

Ultraexpansive Geldpolitik allein wird nicht ausreichen, um der Konjuktur zu neuem Schwung zu verhelfen und die Scherben der Finanzkrise zu beseitigen. Die Preisblase wird laut IWF bei zahlreichen Vermögensmärkten sichtbar.

Problematisch wird insbesondere die erhöhte Volatilität am Devisenmarkt beurteilt, die sich durch die geringe Liquidität herausgebildet hat. Die gleiche Problematik liegt ebenfalls an den Bondmärkten vor.

IWF wies auf einen möglichen Sudden Stop in den Emerging Markets, sollte der Greenback weiter aufwerten. Der internationale Währungsfonds appelierte an die amerikanische Notenbank die geplante Zinswende etwas klarer als bisher geschehen zu kommunizieren.

DAX – Deutscher Aktienindex gibt Gewinne ab

Nach zwei Verlusttagen ist der deutsche Aktienindex fast unverändert bei 12 231,34 Zählern aus dem Handel gegangen.

Die Tendenz für die kommenden Tage dürfte im besten Fall unentschlossen ausfallen.

Euro – Europäische Leitwährung klebt an der 1,0600-Marke

Die europäische Leitwährung notiert gegenwärtig gegen den US-Dollar oberhalb der 1,060-Marke. Versuche der Verkäufer, die 1,0800-Linie im Tagesverlauf zu brechen, waren vom Mißerfolg gekrönt.

Die Tendenz für die kommenden Tage dürfte auf Sell mit viel Nerven und einiges an Gebühren lauten.

Ein schneller und bequemer Blick auf die Märkte?

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