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EZB-Bilanzausweitung, Wirtschaftswachstum in China und OPEC

Dec 02, 2014

Staatsanleihekäufe bald auf der EZB-Agenda?

Laut Aussagen des EZB-Vizechef Conatancio erwägt die EZB, um die Niedriginflation im gemeinsamen europäischen Währungsraum zu bekämpfen, nun doch den Erwerb von Staatsanleihen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Zwar würde man im Lager der Zentralbänker auch weiterhin auf die bereits beschlossenen Lockerungsschritte setzen, doch die EZB werde die Ausweitung der Bilanz erneut in Q1/2015 prüfen. Bis dahin sollte diese nach vorsichtigen Schätzungen auf drei Billionen ausgeweitet werden.

Mit diesem Schritt sollen gleich mehrere Problemherde ins Visier genommen werden. Mit dem Wissen um die niedrigen Renditen gerüstet dürfte es auf der Hand liegen, dass die Wirkung solcher Anleihenkäufe eher begrenzt ausfallen könnte, doch man möchte die Inflationserwartungen der Kapitalmarktteilnehmer beeinflussen. Die zusätzliche Geldflut dürfte dennoch zum einen die europäische Zentralwährung über den Kauf ausländischer Wertpapiere weiter schwächen und somit die europäischen Exporte ankurbeln, zum anderen die restriktive Kreditvergabe der Geschäftsbanken etwas lockern, um der erlahmenden Wirtschaft zu neuen Kräften zu verhelfen.

Erlahmende Wirtschaft quält auch China

Die nachlassende Wirtschaftskraft quält gegenwärtig auch die chinesische Notenbank. Zwar habe die überraschende Zinssenkung in der jüngsten Vergangenheit für etwas Spielraum gesorgt, doch es bleibt ein Spiel auf Zeit, was die Notenbank in der zweitgrößten Ökonomie dazu bewogen hat, die Rückkaufgeschäfte am heimischen Geldmarkt an einigen Handelstagen der letzten Woche zu unterbrechen, was zur zusätzlichen Liquidität beigetragen hat.

Diese kann man grob auf rund 4,5 Milliarden Euro beziffern, dennoch dürfte das Wachstumsziel trotz aller Zahlenspielereien in Peking verfehlt werden. Es könnte noch schlimmer kommen. Über kurz oder lang wird man sich wieder mit den Zahlen des Wachstumspfads von vor etwa 25 Jahren zufriedengeben müssen.

Russland und die OPEC-Entscheidung

Die Entscheidung der OPEC, auch weiterhin die Fördermenge nicht zu drosseln, könnte zumindest noch in diesem Jahr spurlos an Russland vorbeiziehen. Dabei pumpen die Rohöleinnahmen jährlich circa einen Anteil von 40 bis 50 Prozent in die Staatskasse, doch habe der vergleichsweise hohe Erdölpreis in der ersten Jahreshälfte für ein dickes Polster in Moskau gesorgt. Putin blieb ziemlich gelassen und kommentierte die OPEC-Entscheidung mit einem "Uns passt das im Großen und Ganzen“-Statement.

Etwas besorgter könnte Anton Siluanow, der Finanzminister Russlands, die ganze Geschichte betrachten, denn selbst wenn eine leichte Verteuerung des Ölpreises einsetzt, könnte es im kommenden Jahr zu Kürzungen der Haushaltsausgaben um etwa zehn Prozent kommen. Ein Großteil der OPEC-Entscheidung dürfte für Russland mit dem höheren Dollarkurs neutralisiert werden. Der Rubel befindet sich gegenwärtig in ungeahnten Tiefen, doch die russischen Erdöllieferungen werden in Dollar beglichen.

OPEC-Entscheidung und ihre disinflationäre Wirkung für die Eurozone

In der Tat war die OPEC-Entscheidung, ob nun gegen Russland gerichtet oder auch nicht, kein besonders guter Schachzug für Westeuropa. Indirekt wirkt der niedrige Rohölpreis gleich einem Konjunkturpaket für die ölimportierende Staatengemeinschaft, dennoch ist ihre stark disinflationäre Wirkung nicht von der Hand zu weisen. Die Politik der EZB, die sich nach einer Inflationsbeschleunigung geradezu verzehrt, verpufft mit dem Rohölpreis sang- und klanglos.

Dabei sprechen die letzten Zahlen bezüglich der Inflation wahre Bände. Sie hat im November mit der weiteren Abschwächung um 0,3 Prozentpunkte das Fünf-Jahres-Tief erreicht. Nicht ganz unschuldig daran sind die Energiepreise.

„Abenomics“ und die Moody’s-Aa3-Note

Auch Moody's beginnt, nachdem sich die Ökonomen seit Jahren an Japans „Konjunkturpolitik“ gestört haben, langsam an Abes Maßnahmeneffektivität in Japan zu zweifeln. Die Rating-Agentur hat den japanischen Staat eine Stufe schlechter auf aktuell ´A1´ benotet. Ein kleines Trostpflaster gab es dennoch für Shinzo Abe, die Agentur sprach von einem stabilen Ausblick. Die japanischen Anleihen rentieren seit geraumer Zeit etwas zu hoch, um nicht die Alarmglocken läuten zu lassen, wenn es um die Schuldentragfähigkeit des japanischen Staates in den kommenden Zeitperioden geht.

Smartest Finance wünscht Ihnen eine angenehme Zeit und alles Gute.

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